Sprechen wir von der Zeit als solche in Tansania, muss man unterscheiden zwischen der Auffassung und dem Umgang mit der Zeit und deren objektive Berechnung. Zu ersterem gibt es ein bekanntes Sprichwort:
Gott hat den Europa die Uhr geschenkt und Afrika die Zeit
Das sagt schon einiges aus. Ryszard Kapuscinski präzisiert das Ganze noch etwas:
In der Überzeugung der Europäer existiert die Zeit außerhalb des Menschen, objektiv, gleichsam außerhalb unserer selbst, und besitzt eine meßbare lineare Qualität. [...] Der Europäer sieht sich als Diener der Zeit, er ist von ihr abhängig, ihr untertan. Um existieren und funktionieren zu können, muss er ihre ehernen, unverrückbaren Gesetze, ihre starren Prinzipien und Regeln achten. Er muss Termine einhalten, Daten, Tage und Stunden. Er bewegt sich innerhalb des Getriebes der Zeit, kann außerhalb dieses Getriebes nicht existieren. Dieses Getriebe drückt ihm seine Zwänge, Anforderungen und Normen auf. Zwischen dem Menschen und der Zeit besteht ein unlößbarer Konflikt, der immer mit der Niederlage des Menschen endet – die Zeit zerstört ihn.
Ganz ander sehen die Afrikaner die Zeit. Für sie ist die Zeit eine ziemlich lockere, exlastische, subjektive Kategorie. Der Mensch hat Einfluss auf die Gestaltung der Zeit, auf ihren Ablauf und Rhythmus. [...] Die Zeit ist sogar etwas, was der Mensch selbst schaffen kann, weil die Existenz der Zeit zum Beispiel in Ereignissen zum Ausdruck kommt, ob es aber zu diesem Ereignis kommt oder nicht, hängt schließlich vom Menschen ab. Wenn zwei Armeen auf eine Schlacht verzeichten, dann hat diese Schlacht nicht stattgefunden (das heißt, die Zeit hat ihre Existenz nicht unter Beweis gestellt, existiert nicht).
Die Zeit macht sich als Folge unseres Handelns bemerkbar, und sie verschwindet, wenn wir etwas unterlassen oder überhaupt nichts tun.
Diesen Text hat Ryszard Kapuscinski ca. 1960 geschrieben und wurde unter anderem in seinen Büchern “Afrikanisches Fieber” und “Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies” veröffentlicht. Dadurch das die Texte vor ca. 50 Jahren geschrieben wurden, sollten seine Aussagen natürlich gewissermaßen relativiert werden.
Sprechen wir von der Zeit als objektive Berechnung ist Tansania der Europäischen Zeit zwei Stunden vorraus. Außerdem gibt es noch die “Swahili Time”. Es gibt keinen 24 Stunden Tag, sondern zwei 12 Stunden Zyklen. Der erste beginnt bei Sonnenaufgang um 6 Uhr Morgens, was nach Swahili Time 0 Uhr ist. Der zweite Zyklus dann logischerweise von 18 Uhr bis 6 Uhr Morgens. Also immer einfach Umrechnen in dem du die momentane Uhrzeit einfach mit 6 addierst oder subtrahierst. Kleines Beispiel: 10 Uhr Morgens ist in Swahili time 4 Uhr. 3 Uhr Nachmittags ist 9 Uhr Swahili Time. Bei einer Uhr mit Zifferblatt kannst du auch einfach die Zahl nehmen die der aktuellen Uhrzeit gegenüber liegt.